Liebe Fratres und Sorores, ich melde mich wieder zu Wort: Nicht weil ich irgendwie "beleidigt bin", das sollte ein Rosenkreuzer nicht sein, komme ich morgen nicht, sondern weil ich Besuch habe.
Bei der Gelegenheit möchte ich noch ein paar Punkte zur Sprache bringen: Lieber Michael, du sagtest, du könnstest nur persönliche Gründe in meiner Argumentation erkennen. Sicher gibt es auch welche, wie bei jedem von uns (diejenigen, die das Gegenteil behaupten, reden wider besseren Wissens). Klar, daß ich eine Gruppe brauche, wo ich mich aufgehoben fühle, wo Liebe ist wie bei Euch. Das Logenhaus spielt hier auch eine Rolle. Ich fühle mich hier wohl. Eine ganz besondere Atmosphäre.
Aber auch für die Gruppe kann ich den geplanten Umzug nicht als förderlich erkennen. Es gibt eine Reihe von Gründen, die Gerlinde Fiegert schon angesprochen hat. Ich möchte hinzufügen, daß, wie die politische und wirtschaftliche Konjunktur ist, immer weniger Menschen es sich werden leisten können, Mitglied bei AMORC zu werden, werden auch den Wunsch dazu haben. Die Zeiten sind andere. Eine geschrumpfte Städtegruppe wird also, trotz der vorläufigen finanziellen Unterstützung der Großloge (denn die Großloge wird nicht die zusätzlichen Kosten für alle Zeit übernehmen), Mühe haben, den neu entstandenen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen (Erhöhung der Beiträge, Spenden > viele gehen). Und wer kann sicher sein, daß in den eigenen Räumen immer jemand da ist, der die anfälligen Arbeiten erledigt, welche wir im Logenhaus nicht haben?
Und nicht nur wegen der wirtschaftlichen Lage wird es immer weniger Interessanten geben: Rot-Grün ist noch für 4 Jahre im Amt. Diese politische Konstellation steht nicht nur für den wirtschaftlichen Abgang, sondern auch für die Spaßgesellschaft, für die "Egotaktiker" und "das sich im Leben durchmögeln", wie manche unserer Politiker es mit großem Erfolg praktizieren, für den Verlust an Werten, an Solidität und Seriosität, an geistigen Interessen.
Wir müssen also damit rechnen, daß das Ende des gegenwärtigen Zyklus des AMORC näher kommt. Schon damals, als ich mich als RR bemüht hatte, durch Anzeigen und Plakate um Mitglieder zu werben, erfuhr ich eine allgemeine Abneigung. Eine Gruppe? Eine Sekte also. Nein, wurde oft gesagt.
Im Logenhaus ist der Verdacht, wir könnten eine Sekte sein, viel geringer. Wir werden zuerst mit den FM mehr oder weniger verwechselt, oder man glaubt, wir hätten etwas mit ihnen zu tun, was uns (für Außenstehende) eher zugute kommt. Die Leute haben weniger Berührungsängste. In eigenen Räumen - es sei denn, diese sehen aus wie das Maison de France, wo die GL jetzt ihren Sitz hat, oder wie das AMORC-Haus in Paris, mit mehreren Tempeln, Bar, Restaurant, riesiger Halle (mit luxuriösen Sesselgruppen) mit ständigen Ausstellungen und Vorträgen. Aber das kann in Stuttgart mit unseren kleinen Gruppe nicht der Fall sein. Ich fürchte, wir gelten dann für Außenseiter, als eine kleine Gruppe von Eigensinnigen, als eine Sekte eben.
Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei Benno für seine Mail bedanken. Da waren tiefgehende psychologische Betrachtungen, vor allem, daß eine Entscheidung nicht getroffen wird. Ja, es stimmt, sie wächst in uns und wir wachsen in ihr. Wir sind bedingt (durch unsere Situation, durch eine Menge von Dingen), sind nicht frei. Doch es kommt ein Punkt, wo wir ja oder nein sagen müssen, einen dritten Weg gibt es oft nicht. Zwar bin ich nicht "in der Diskussion um dieses Thema" hineingewachsen, ich war nicht da, doch vielleicht sehe ich dadurch die Problematik, unbeeinflußt und mit anderen Augen.
Das waren meine Befürchtungen Ein lieber Gruß an alle Françoise
-----Ursprüngliche Nachricht----- Von: Dieter Class Dieter.Class@t-online.de An: amorc@sys2.cug amorc@sys2.cug Datum: Mittwoch, 25. September 2002 20:42 Betreff: Re: [Amorc] Neue Räume
Liebe Fratres und Sorores,
heute erfuhr ich von Bernd, daß wir gegen Ende des Jahres aus dem Vertrag mit der Bürgerlichen Gesellschaft aussteigen können, die Kündigung werde ich am Samstag übergeben. Wichtig ist, daß wir alles zu einem guten Ende bringen, damit wir und die Freimaurer eine gute Erinnerung an die gemeinsam unter einem Dach und doch getrennt verbrachte Zeit haben. Bei meinem Suchen nach eigenen Räumen bin ich immer wieder darauf gestoßen, daß Stuttgart doch recht klein ist. Erstaunlich, wer einem wann und wo begegnet. Dies nur nebenbei. Einen Hinweis an Frater Rittersbacher: es ist jederzeit möglich, die Räume zu betreten, bitte nur um Rücksprache.Es sind u n s e r e Räume (definitiv!).
D. Class
Horand Rittersbacher schrieb:
Liebe Fratres und Sorores, Grüße vor dem Symbol unseres Ordens!
Und danke Allen, die daran mitgewirkt haben, dass wir nun in Kürze eigene Räume beziehen können, besonderen Dank dem Kuratorium und Regionalrat und der Grossloge, ohne die das nicht geklappt hätte. -
Ohne auf die Diskussion der Notwendigkeit neuer Räume einzugehen stelle
ich
fest:
- Ein "Tempel" in eigenen Räumen ist mir lieber als in einem
Freimaurerhaus
- wie ich verstanden habe, entstehen uns keine zusätzlichen Kosten
(Beitrag
unverändert)
- Erreichbarkeit (fürmich) wie heute, sogar Sternwarte in
"Fußgängerentfernung"
- unser grosses Werk (dazu zähle ich auch die Durchführung von
INITIATIONEN)
fortführbar
- jetzt können wir auch Treffen / Veranstaltungen durchführen, wann es UNS
passt (ich biete schon mal einen DIA-Vortrag an, "Streifzug durch unser Sonnensystem")
- in eigenen AMORC - Räumen zu sein ist auch für Neophyten / Gäste
angenehmer
(und statt in teure Restaurants zu gehen können wir da abends vielleicht auch mal vespern)
- wir müssen "hinterher" auch nicht immer alles wegräumen, die
"Tempel-Atmosphäre" bleibt erhalten
- unsere Städtegruppe ist keine eigene "Rechtsperson", hätte sowieso nicht
selbst entscheiden können
- das gemeinsame Einrichten, Herrichten, Verbessern, Ausschmücken usw wird
die Gemeinschaft stärken. Ein Aktionsplan "wer macht wann was...." wäre günstig; (ich biete meine aktive Unterstützung an)
- ALLE Mitglieder sollten, mit Lageplan, bald schriftlich über das neue
Domizil informiert werden
Am kommenden Samstag kann ich wegen anderer ehrenamtlicher Verpflichtung nicht persönlich anwesend sein (Stuttgarter Kultur-Sommer 2002) und
wünsche
allenTeilnehmern an Besichtigung, Konvokation und Pyramidenfest einen gedeihlichen und gesegneten Verlauf. Mit brüderlichen Grüßen, Horand Rittersbacher
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