"Dr. Francoise Saint-Onge" sysadm@t-online.de schrieb:
Danke liebe Margret, lieber Benno - und im voraus denjenigen, die vielleicht noch schreiben -für die lieben Zeilen!
Liebe Francoise, liebe Schwestern und Brüder,
ich möchte mich zum dem laufenden Disput auch einmal zu Wort melden und an alle Seiten appellieren, an eines unserer großen Ideale zu denken, das uns verbindet und von anderen religiösen und spirituellen Gruppen unterscheidet: die Toleranz. Ein Ideal, das ein Nebeneinander und Miteinander unterschiedlicher Anschauungen ermöglicht und eine Vielfalt herbeiführt, aus der das Beste für die gemeinsame Arbeit herausgearbetet werden kann. Ich finde, Zitate wie "dann gehe ich" und "ich halte Dich nicht" sind vielleicht aus der emotionalen Beteiligung der Betroffenen verständlich aber dennoch fehl am Platze. Das Gehen oder Gehenlassen sind die kleinere Lösung, die sich nicht gern mit der Anschauung des Anderen, seinen Befürchtungen oder Widerständen auseinandersetzen will. Wir sollten diese Zitate aus unserer Erinnerung streichen und die innere Haltung auf die größere Lösung ausrichten: Sich der anderen Seite zu öffnen und aufeinander zu zu gehen, das kann nur befruchtend wirken.
Liebe Francoise, ich schlage vor, Du siehst Dir die Sache erst einmal an: Die Räume, die Gruppe, die Veränderungen im Außen und Innen. Da die Toleranz uns verbietet, Dich zu etwas zu drängen, das Du nicht gerne und freiwillig tragen kannst, wird jeder eine Entscheidung von Dir verstehen, die auf fundierten Erkenntnissen und einer gewissenhaften Prüfung der Vereinbarkeit mit Deinem Gewissen und Deinen Grundsätzen beruht. Aber auch Deine Toleranz der Mehrheit der Gruppe gegenüber gebietet eigentlich, nicht mit Repressalien wie einem angedrohten Austritt aufzuwarten, sondern die neue Entwicklung als etwas zwar für Dich Fremdes, aber dennoch Interessantes zu beobachten und im Stillen für Dich zu kommentieren. Es gibt keinen Grund, jetzt eine Entscheidung zu treffen, also gib Dir und uns Zeit und die Chance, Dir zu zeigen, daß wir das Beste für A.M.O.R.C. und damit auch für Deine Ideale wollen (auch wenn wir es vielleicht nicht erreichen). Es würde mich freuen, wenn wir alle Dich auch in der Florianstraße so willkommen heißen könnten, daß Du dich dort ungezwungen zeigen und Deine Beobachtungen anstellen kannst und auch gerne magst.
Roland